In der Weinbauzone Mesogaia nimmt die Region Lavreotiki, zu der die Gemeinde Keratea und das Weingut Mylonas gehören, einen besonderen Platz ein. Der Weinberg ist schon seit der Antike berühmt für seinen Wein und die rauschenden Symposien von Plato, Sokrates und Aristoteles. Da sich der Weinberg an den Berg Panion lehnt, erreicht er eine Höhe von 200 bis 350 Metern und ist damit der höchste Weinberg der Region Mesogaia. Die Zusammensetzung des Bodens unterscheidet sich von der in anderen Regionen Attikas: sandiger Lehm, Kalkstein und reich an Mineralien. Dieses besondere Terroir prägt den Geschmack der hier produzierten Weine und der Weine von Mylonas.
Das Weingut besitzt etwa 12 Hektar Rebfläche. Der durchschnittliche Ertrag der Reben liegt bei ca. 30 Hektoliter pro Hektar. Die Böden bestehen überwiegend aus sandigem Lehm über Kalkstein und Schiefer, einige Lagen haben kiesigen Boden. Umgeben vom Meer bietet Attika mit seinen milden Wintern und warmen Sommern ideale Bedingungen für den Weinanbau. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 18 °C. Die nördlichen Meltemi-Winde und die Meeresbrise dominieren die Küstenzone im Sommer und senken die Temperaturen, was den Reben sehr entgegenkommt.
Ein Assyrtiko wie aus Santorin
Die drei Mylonas arbeiten überwiegend mit den lokalen Trauben der Region und experimentieren mit neuen Sorten. In diesem Teil von Attika ist Savatiano die berühmteste Traube. Angebaut werden aber auch Malagousia, Aidani und die roten Mandilaria und Merlot.
Außerdem verfügt das Weingut über Assyrtiko-Reben. Das ist eine besondere Geschichte. Bevor Santorin als Weltklasselage bekannt wurde, kauften Winzer vom Festland Trauben von Santorin. Stamatis Mylonas liebte die Trauben und reiste nach Santorin, um einige Rebstecklinge zu erwerben. Die Reben, die jetzt über 20 Jahre alt sind, wachsen heute auf den Kalksteinböden der Region. Der Assyrtiko wird von Hand geerntet, mit einheimischen Hefen in Edelstahltanks vergoren und verbringt etwa drei Monate auf der Hefe. Diese Art des Assyrtiko erinnert Dank ihrer Mineralität an die Weine von Santorin.
Für die Ehre der Savatiano
Die Philosophie des Weinguts basiert auf minimaler Intervention vom Weinberg bis zur Abfüllung jeder der jährlich 60.000 produzierten Flaschen. „Wenn man großartige Weinberge hat, die qualitativ hochwertige Trauben mit ausgeprägtem individuellem Charakter hervorbringen, ist dies nicht nur ein ökologisch und sozial verantwortlicher Ansatz, sondern auch der beste Weg, um beständig guten Wein zu machen“, erklärt Stamatis.
Mit diesen Worten hat der Önologe auch und im Besonderen die Savatiano im Blick, deren Ehrenrettung sich das Gut zum Ziel gesetzt hat. Savatiano wurde in Attika lange Zeit für die Produktion von Retsina verwendet. Da die Qualität häufig nicht besonders gut war, ruinierte dies nicht nur den Ruf des Retsina, sondern auch den der Savatiano. Dem tritt Mylonas entschieden entgegen mit gleich sechs Weinen seines Sortiments. Die Weine stammen von Savatiano-Reben, die durchschnittlich 60 Jahre alt sind, alles Buschreben, ohne Bewässerung.
Der Fokus bei Mylonas liegt zweifellos auf der Savatiano, aber das ist nicht alles. Ein reinsortiger Malagousia, der schon erwähnte, sehr bemerkenswerte Assyrtiko sowie ein Rosé aus Malagousia und der kräftigen und tanninreichen Mandilaria runden das Sortiment ab. Dann gibt es noch eine Rotwein-Cuvée aus Merlot, Agiorgitiko und Mandilaria aus dem Eichenfass.
Steigerung des Exports
Während der Wirtschaftskrise Griechenlands wurde der Weinverkauf auf dem Binnenmarkt sehr in Mitleidenschaft gezogen. Infolgedessen konzentriert sich Mylonas wie viele andere verstärkt auf den Export. Heute werden etwa 50 Prozent der Produktion in zehn überwiegend europäische Länder exportiert. Zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit wurden die Weinetiketten von Nearchos Ntaskas, einem berühmten Illustrator und Grafikdesigner aus Athen, einem Redesign unterzogen. Der neue, frische Look zeigt mit Illustrationen und Weißräumen ein minimalistisches Design – karg wie das Land.