So schmeckt die Ewigkeit
Cabernet Sauvignon wird häufig als potentiell beste Sorte überhaupt bezeichnet. Die Rebe liefert eine breite Palette an Weinstilen, vom schlichten Wein über gehobene, anspruchsvollere Qualitäten bis hin zum absoluten Premiumwein. Die Namen Château Lafite-Rothschild, Château Latour, Château Mouton-Rothschild sprechen für sich. Sie verleiht vielen Weinen Körper und Struktur. Ihre schönsten Ergebnisse erzielt sie vielleicht im Haut-Médoc, wo sie im Zusammenspiel mit Cabernet Franc und Merlot hochelegante, sehr komplexe und langlebige Weine kreiert.
Die Rebe bringt dunkelfarbene, tanninreiche Rotweine mit ausgeprägten Aromen von dunkler Kirsche, schwarzer Johannisbeere und Paprika hervor. Die Weine weisen ein exzellentes Lagerungspotential auf. Gute Exemplare altern problemlos ein Jahrzehnt, manche sogar deutlich länger. Gereift in der Flasche zeigen die samtigen, ausgewogenen, erdigen Weine ätherische Noten von Eukalyptus und Minze.
Kellermeister schätzen am Cabernet Sauvignon seine gutmütige Reaktion auf verschiedene Ausbauarten – vom Stahltank über große alte Holzfässer bis hin zu neuen kleinen Eichenfässchen aus französischer Eiche, wie sie in Griechenland bevorzugt werden.
Griechische Cabernet Sauvignons weisen Ähnlichkeit mit Bordeaux-Weinen aus wärmeren Jahrgängen auf. Meistens übersteigt der Alkoholgehalt die 13 %. Griechische Winzer setzen Cabernet Sauvignon ferner ein, um dem griechischen Agiorgitiko Säure, Körper und mehr Struktur zu geben.
An den Hängen des Olymps
Die rote Rebsorte stammt aus Frankreich. Dort belegt Cabernet Sauvignon knapp 50.000 Hektar. Die größten Flächen befinden sich in Bordeaux. Weitere bedeutende Anbauländer sind Italien, Spanien, die USA, Chile und Argentinien. In Griechenland nimmt Cabernet Sauvignon ca. 1.900 ha ein, was etwa 3 % der landesweiten Rebfläche entspricht.
Cabernet Sauvignon zeigt sich in Griechenland weitaus unberechenbarer als Cabernet Franc oder Merlot. Die spätreifende Rebe ist sehr anfällig für Pilzkrankheiten, vor allem Echter Mehltau. Sie besitzt hartschalige, kleine Beeren mit besonders vielen Kernen und ist deshalb reich an Phenolen. Vom Winzer fordert sie permanente Aufmerksamkeit und die Bereitschaft zur Ernte innerhalb eines sehr engen Zeitfensters.
Bei warmen Terroirs und viel Sonne erreicht die Rebe einen idealen Reifegrad. Diese Bedingungen liegen in Griechenland beispielsweise an den Hängen des Olymps vor. Die dortigen Ergebnisse sind ausgezeichnet, zum Beispiel beim Domaine Katsaros aus Krania.
Wussten Sie eigentlich, dass …
… Cabernet Sauvignon die erste klassische Rebsorte war, deren Abstammung mittels DNA-Analysen festgestellt wurde? Dies geschah im Jahre 1997 an der University of California. Das überraschende Ergebnis identifizierte den Cabernet Sauvignon als Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon Blanc! Dies war deshalb bemerkenswert, weil es die Auffassung widerlegte, dass bei der Entstehung einer roten Sorte keine weiße beteiligt sein könne.