Komplexes Spiegelbild des Terroirs
Je nach Klima, Boden und Produktionsverfahren fallen Chardonnay-Weine ganz unterschiedlich aus. Ihre Bandbreite reicht von kargen, trockenen und säurebetonten Tropfen bis hin zu opulenten, körperreichen Weinen mit exotischer Aromatik. Selbst Massenweine dieser Rebe verstehen Freude zu bereiten. Bei diesem ausgesprochenen Terroirwein dominiert nicht so sehr der sortenspezifische Charakter als vielmehr das jeweilige Terroir, in dem die Trauben heranreifen. Im Chardonnay kommt der erdige Ton, bestimmt von Mineralien des Bodens, zum Ausdruck. Die Fruchtaromen variieren stark nach Region. Die Farbe reicht von zartgelb bis strohgelb.
In kühleren Weinbaugebieten dominieren beim Chardonnay Aromen von grünen Äpfeln, Birnen und Nüssen im Zusammenspiel mit Zitrusnoten. In gemäßigteren Gegenden, wie im Burgund, sind es Aromen von Steinobst und Zitrusfrüchten. In warmen Weinbauregionen wie Kalifornien und Australien bestimmen Aromen von Banane, Ananas und Mango die Aromatik des Weißweins.
Wegen ihres Körperreichtums und der stabilen Grundstruktur eignet sich die Rebe sehr gut für den Ausbau im kleinen Eichenfass. Durch die Reife im Barrique gewinnen die Weine an Gewicht und erhalten zusätzliche interessante Geschmacksnoten wie Vanille, Butter, Toast oder Karamell. Außerdem sorgt der Holzkontakt für eine gute Alterungsfähigkeit.
Zu seiner wohl subtilsten Form findet Chardonnay im Burgund, vor allem auf Grand-Cru-Lagen wie dem legendären Montrachet, den Premier-Cru-Lagen in Meursault oder den klassifizierten Lagen im Chablis. In Kalifornien findet man die besten Weine in den Küstengebieten, die dem Gebirge vorgelagert sind. Sehr gute Exemplare stammen aus Carneros und Sonoma County. Das Hunter Valley zählt neben Victoria, Adelaide Hills und Margaret River zu den wichtigsten Anbauregionen in Australien.
In Griechenland liefert die Rebe die besten Ergebnisse in kühleren Lagen, beispielsweise in Velvento und Kozani in Makedonien. Bei Kamkoutis Vineyards ist Malagousia der perfekte Partner im Cuvée mit Chardonnay.
Über 200 Weingüter in Griechenland
Chardonnay nimmt Platz fünf im Rebsortenspiegel weltweit ein. Die Fläche wächst jedes Jahr um etwa 100.000 Hektar. Eines der größten Anbauländer sind inzwischen die USA, genauer gesagt Kalifornien, und knapp dahinter folgt Frankreich. Mit einem Anteil von 90 % liegen die Flächen hauptsächlich in Burgund und in der Champagne. Darüber hinaus wird Chardonnay in größerem Ausmaß in Österreich, Spanien, Italien, Bulgarien, Moldawien, Argentinien, Chile, Südafrika, Australien, Neuseeland und Deutschland kultiviert.
In Griechenland liegt die Anbaufläche bei etwa 600 Hektar. Chardonnay erschien erstmals Mitte der 1960er Jahre in Attika. Etwa ein Jahrzehnt später folgten die Pflanzungen von Dimitris Hatzimichalis in Atalanti, Mittelgriechenland. Auch Diogenis Harlaftis pflanzte Chardonnay Anfang der 1980er Jahre an, aber erst Anfang der 1990er Jahre erlangte Hatzimichalis mit der Sorte einen bedeutenden kommerziellen Erfolg. Seitdem genießt Chardonnay in Griechenland einen hervorragenden Ruf. In weniger als zwei Jahrzehnten stieg die Zahl der Weingüter, die Chardonnay keltern, auf über 200.
Die Chardonnay-Rebe kommt mit den verschiedensten Bodenarten zurecht. Die besten Weine entstehen auf relativ tiefgründigen Böden mit hohem Kalkanteil. Die Trauben des Chardonnay sind meist walzenförmig und mit mittelgroßen, rundlichen Beeren besetzt. Die früh austreibende Sorte reagiert lediglich empfindlich auf Frühjahrsfrost.
Wussten Sie eigentlich, dass …
… Champagner nur aus den drei Rebsorten Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier, die beiden letzteren sind rot, gewonnen werden darf? Je nach Cuvée und Weingut sind die Rebsorten in unterschiedlichen Mengenverhältnissen enthalten. Die Champagner Blanc de Blancs sind zu 100 % aus Chardonnay.