Zentralgriechenland
Anbaugebiet Zentralgriechenland
Willkommen in der Heimat des Retsinas, des geharzten Weißweins aus der Savatiano-Traube, der wahrscheinlich jedem Griechenlandreisenden in Erinnerung bleibt. Dieser Kultwein ist aber längst nicht mehr das Aushängeschild des Landes. Der Trend in Zentralgriechenland wendet sich eindeutig von klassischen geharzten Weinen ab. Viele Winzer bringen sehr interessante Abfüllungen auf den Markt. Diesem Erneuerungsprozess unterliegt auch der Retsina, der heute mit mehr Säure, eigenem Charakter und viel weniger Harz auch kontinentale Gaumen erfreut.
Die große Region Zentralgriechenland umfasst die Weinbaugebiete von Attika mit der Landeshauptstadt Athen, die nördlich davon liegenden Regionen Fthiotida und Boötien, auch Viotia oder Vöotia genannt, und die nach Kreta zweitgrößte griechische Insel Euböa, auch Evia genannt.
Die beiden wichtigsten Rebsorten sind Savatiano und Roditis. Beide Sorten werden häufig miteinander verschnitten. Immer mehr Winzer in Zentralgriechenland setzen jedoch auch auf andere Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Malagousia und Assyrtiko. Die gesamte Region zeigt sich äußerst dynamisch, ja innovativ. Im Weininstitut von Attika testet man beispielsweise Rebsorten gezielt auf ihr Potenzial und ihre Eignung für die Region.
Unsere griechischen Weine aus Zentralgriechenland
Robinson
Punkte
Greek
Wines
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Die Bedingungen
Zentralgriechenland nennt sich die geographische Region, die das Gebiet des griechischen Festlands umfasst, das unmittelbar nach der Unabhängigkeit Griechenlands zum Staatsgebiet gehörte, mit Ausnahme der Halbinsel Peloponnes und unter Einschluss der Insel Euböa sowie der Inseln des Präfekturbezirks Piräus.
Als natürliche Fortsetzung des Epirus und Thessaliens umfasst Zentralgriechenland im Norden einen Teil des Pindos-Gebirges. Die Bergmassive der Region, hauptsächlich in ihrem zentralen Teil, bilden eines der gebirgigsten Gebiete Griechenlands. Die Bodenzusammensetzung ist sehr unterschiedlich und reicht von sehr karg bis sehr fruchtbar.
Die komplexe Topographie führt zu einer erstaunlichen Vielfalt an Mesoklimata, was sich auf den Weinstil jeder Region auswirkt. Der westliche Teil ist ziemlich feucht mit hohen Niederschlagsmengen, das Zentrum ist hauptsächlich gebirgig und kalt, während die östliche Region, einschließlich Attika, trocken ist und zu den wärmsten Landstrichen Griechenlands zählt.
Die Weine Zentralgriechenlands
Die Weinanbaufläche verteilt sich in Zentralgriechenland auf die Gebiete Fthiotida, Böotien (Viotia), die Insel Euböa (Evia) sowie auf Attika (Attiki). Trotz der Größe der bepflanzten Fläche besitzt Zentralgriechenland keine geschützte Ursprungsbezeichnung (PDO), dafür aber eine große Menge an PGIs (geschützte geografische Angabe), ähnlich wie in Südfrankreich mit seinen lebendigen IGPs (Indication Géographique Protégée).
Fthiotida
Die bereits in der Antike bekannten Weinberge des Bezirks Fthiotida wurden weitgehend von der Reblaus zerstört. Mit der Gründung des Weinguts Hatzimichalis Anfang der 1970er Jahre in der Gegend von Atalandi kehrte der Weinbau zurück. Mit einem Schlag belebte dies die Weinkultur von Atalandi und schuf eine der großen Erfolgsgeschichten des griechischen Weins. Fthiotida ist ein Talbecken, das vom Meer aus beginnt und sich landeinwärts in Richtung Karpenisi erstreckt. Es ist vollständig von Bergen umgeben. Internationale Sorten spielen hier eine große Rolle.
Böotien
Die Präfektur Böotien liegt nördlich von Attika. Das Klima ist hier jedoch etwas kühler, da die Weinberge in Böotien nach Nordosten ausgerichtet sind und die Lagen höher an den umliegenden Bergen gelegen sind. Der Weinbau beschränkt sich auf vier isoliert gelegene Gebiete. Das kühlste Anbaugebiet liegt in einer Höhe von bis zu 500 Metern an den Nordhängen des Parnes. Weiter westlich finden sich Flächen zu Füßen des Kithairon-Gebirges bis zu 350 Meter. Im Zentrum Böotiens, bei Elikona, liegt ein drittes Gebiet, das noch von kühlen Anbaubedingungen profitiert (200 bis 400 Meter). Östlich von Theben, der Hauptstadt von Böotien, befindet sich bei Arma das wärmste und fruchtbarste Anbaugebiet der Präfektur. Mouchtaro ist eine lokale rote Sorte, aus der die Produzenten der Region spannende und beachtenswerte Weine keltern.
Euböa
Euböa ist nach Kreta Griechenlands größte Insel. Die Topographie ist komplex, mit Hügeln und Bergen. Hier dominiert Savatiano den Rebsortenspiegel. Ergänzt wird das Spektrum durch Roditis und Assyrtiko. Weitere griechische Sorten wie Aidani, Limnio, Mandilaria, Liatiko, Vradiano und Karabraimis sind eher selten anzutreffen. Die französischen Sorten Chardonnay und Sauvignon Blanc wurden ebenfalls eingeführt.
Attika
Attika ist eine Tiefebene. Sie grenzt im Westen an Korinthia und im Norden an Böotien. Die Gebiete auf der Halbinsel Peloponnes grenzen an die Präfektur Argolis. Die Bergketten Gerania im Westen sowie Kithairon, Parnes und Pateras (1.131 Meter hoch) im Norden schützen die Region vor den kalten Nordwinden. Das Klima ist rein mediterran, mit einer legendären Sonneneinstrahlung, vielleicht der grellsten Griechenlands. Die Winde sind schwach und mäßig, die Mittelwerte der Luftfeuchtigkeit niedrig und Frost gibt es nicht. Darüber hinaus sind Hagel und Stürme selten.
In den Weinbergen wird vor allem die weiße Rebsorte Savatiano angebaut. Die Böden sind hauptsächlich karg und kalkhaltig. Savatiano, die meist in Buschform (Gobelet) erzogen wird, fühlt sich unter diesen Bedingungen aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit sehr wohl. Die lokalen Winzer keltern aus alten Rebenbeständen der Savatiano-Traube, die bis zu 60 Jahre alt sind, ausgezeichnete, kräuterige, trockene Weißweine mit niedrigem Alkoholgehalt und beachtlichem Alterungspotenzial.
In den letzten Jahren experimentieren Winzer aber auch zunehmend mit verschiedenen Retsina-Stilen wie Retsina als Schaumwein, in Rosé, mit weniger Harz, reiferen Jahrgangs-Retsina und Natural Retsina.
Rebsorten wie Assyrtiko, Athiri, Malagousia, Mandilaria, Chardonnay, Sauvignon Blanc, Viognier, Cabernet Sauvignon, Grenache, Merlot und Syrah werden ebenfalls zunehmend angebaut und zu beachtlichen Weinen vinifiziert.
Wussten Sie eigentlich, dass …
… dem Retsina während der Gärung Aleppokiefern-Harz zugesetzt wird? Dieser Prozess verleiht dem Wein aus Savatiano und/oder Roditis seinen ganz besonderen Geschmack. Größter Absatzmarkt waren traditionell die Bars von Athen, wo Retsina in den 1970er Jahren durch den einsetzenden Tourismus zu einem Kultgetränk wurde.
