Glänzender Teamplayer mit Solopotential
Üblicherweise wird aus der Grenache-Rebe Rotwein oder Rosé gekeltert. Das Spektrum reicht vom einfachen Trinkwein bis zum hochkomplexen lagerfähigen Spitzenwein. Unter extremen klimatischen Bedingungen (Trockenheit, Hitze, Wind) und bei sehr geringen Erträgen liefert die Grenache-Rebe konzentrierte, ausgesprochen lagerfähige Rotweine.
Der typische Rote aus Grenache bringt sowohl fruchtige Noten (vor allem von Sauerkirsche, Erdbeere und Zwetschge) sowie würzige Anklänge. Die saftigen und ausgewogenen Weine zeichnen sich durch feine Säure, sanftes Tannin und einen mittelkräftigen Körper aus. Sie zeigen ein gutes Lagerpotential. Gute Beispiele für sortenreinen oder zumindest fast sortenreinen Ausbau finden sich auf Sardinien. Der DOC-Rotwein Cannonau di Sardegna muss zu mindestens 90 % aus diesen Trauben bestehen. In Frankreich gibt es im traditionsreichen Anbaugebiet Rhône viele berühmte Exemplare. In Spanien entstehen vor allem in den zentralen Regionen rund um Madrid und Méntrida große Weine aus der Grenache.
In Griechenland setzt man beim Ausbau der Rebe auf die konsequente Reduzierung der Erntemengen. Die alten Rebstöcke der Manousakis Winery auf Kreta erreichen die Auslese auf natürliche Weise. Resultat ist ein reinsortiger, ausgezeichneter, sehr aromatischer Biowein .
Grenache glänzt zudem als Teamplayer. Als weicher vollmundig-fruchtiger Vertreter verleiht sie tanninreicheren Sorten wie Tempranillo, Syrah oder Mourvèdre einen fruchtigen Schmelz und einen warmen Touch.
Großartige Beispiele solcher Liaisons findet man in Süd-Frankreich, in der begehrten Châteauneuf-du-Pape-Weinen aus dem gleichnamigen Anbaugebiet im südlichen Rhône-Tal und in den Costières de Nîmes. Diese Cuvées aus Grenache, Syrah und Mourvèdre nennt man wegen ihrer Konzentration und Langlebigkeit „Heilige Dreifaltigkeit“.
Die Grenache findet ebenfalls gerne Verwendung in spanischen Rosados, also Roséweinen, in denen sie beispielsweise mit Cabernet Sauvignon eine harmonische Verbindung eingeht. Für den Tavel Rosé, den mutmaßlichen Lieblingswein von Ludwig XIV, verschneidet man am Unterlauf der Rhone die Grenache mit dem herben, knochentrockenen Cinsault, der so eine charmante Extraktsüße bekommt.
Wichtiger Bestandteil ist Grenache außerdem in den berühmten Vins Doux Naturels, natürliche Süßweine aus der französischen Gemeinde Roussillon (Banyuls, Maury und Rivesaltes), die im oxidativen Verfahren ausgebaut werden und über eine unverwechselbare würzige bis balsamische Aromenvielfalt verfügen.
Geschichten von Wärme und Wind
Die Hauptanbaugebiete liegen in Spanien und Frankreich. Weitere Mittelmeerländer wie Italien, Griechenland und Israel zählen ebenso zu den Erzeugernationen für Grenache-Weine wie Länder in Übersee – Südafrika, Chile, Australien und die USA.
Grenache bevorzugt warme Klimazonen, weshalb sie gerade im mediterranen Raum sehr weit verbreitet ist, wo sie oft in Buschform erzogen wird.
Wussten Sie eigentlich, dass …
… es Grenache nicht nur in roter Farbe (Grenache Rouge), sondern auch in grauer und heller Variante (Grenache Gris und Grenache Blanc) gibt? Aus den Trauben werden helle bis dunkelrote Rotweine, aber auch aromatisch-seidige Roséweine und sogar Weißweine gekeltert. Die Weißweinsorte Grenache Gris wird heute allerdings nur noch sehr wenig angebaut.