Jährlich werden rund 800.000 Flaschen Wein erzeugt, davon gehen 45 % in den Export – etwa die Hälfte in die USA, gefolgt von Europa und zu kleinen Teilen Australien und China. Die Exportquote war von Anfang an wichtig, da die Weine von Georgios Skouras die Botschaft von der Qualität des griechischen Weins in alle Welt tragen sollen.
High-Tech mit Stil
Griechenland zählt zu den wärmsten Weinbaugebieten Europas, daher werden Weinberge gerne in höheren Lagen oder an Nordhängen angelegt, um die perfekte Reife der Beeren zu ermöglichen. Bei Skouras in Nemea stehen Jahrzehnte alte Weinberge in Höhen von bis zu 1.000 Meter. Die Bodenstruktur ist in allen Parzellen ähnlich: Es dominiert Lehm, der von einer 10 Zentimeter dicken Sandschicht bedeckt ist. Der Boden weist einen hohen Anteil von Mineralien auf. So weit oben sorgen die stetigen Winde vom Meer nicht nur dafür, dass übermäßige Feuchtigkeit vermieden wird, sondern stellen darüber hinaus sicher, dass Schädlinge sich gar nicht erst ausbreiten. Die Sommertage sind heiß, nachts sacken die Temperaturen jedoch stark ab.
Das inmitten von Weinbergen gelegene Weingut ist eine hochmoderne Weinproduktionsanlage mit einer eleganten griechischen Architektur, die entworfen wurde, um präzise Verfahren auf höchstem Niveau in allen Aspekten der Weinproduktion und Abfüllung sicherzustellen. Obwohl es ein innovatives High-Tech-Weingut ist, wird auf naturbezogene Weise gearbeitet und die Eingriffe in die Weinproduktion werden so gering wie möglich gehalten.
Die Wege des Georgios Skouras
Die Geschichte des Weinguts in Nemea ist untrennbar mit der Geschichte ihres Gründers verbunden. Georgios Skouras ist ganz wesentlicher Teil der Weinrevolution in Griechenland, die nun seit rund 30 Jahren zeigt, dass griechischer Wein von ganz ausgezeichneter Qualität sein kann.
Als er in den 1980er Jahren seine Winzerkarriere begann, gab es insgesamt 70 Weingüter in ganz Griechenland, heute sind es über 1.600. Der große Zuwachs an griechischen Weingütern wurde im Laufe der Jahrzehnte von einem grundlegenden Wandel der Technik begleitet, der im gleichen Zeitraum stattfand.
Georgios Skouras wurde 1959 in Argos auf dem Peloponnes geboren, der antiken Stadt mit dem berühmten, in den Felsen gehauenen Theater, die seit 3.500 Jahren bewohnt ist. Im Jahr 1980 ging er nach Dijon, Frankreich, um Landwirtschaft zu studieren. Nachdem er einen burgundischen Winzer kennenlernte, wechselte er kurzentschlossen sein Studienfach und machte seinen Abschluss als Önologe an der Universität von Burgund in Dijon. Danach arbeitete er in verschiedenen Weingütern in Frankreich, Italien und in den Kellereien von Calliga und Gentilini auf der ionischen Insel Kefalonia.
Megas Oenos – der Schlüssel zur Welt
Die Domaine Skouras wurde 1986 auf dem Peloponnes gegründet. Zwei Jahre später kam der erste Megas Oenos auf den Markt, eine Cuvée aus 80 % Agiorgitiko und 20 % Cabernet Sauvignon. Eine wirkliche Pionierarbeit, denn Georgios war der Erste, der diese beiden Rebsorten miteinander verschnitt. Der Wein etablierte sich schnell als einer der ersten Kultweine Griechenlands und zählt bis heute zur Nemea-Elite. Das Konzept wurde oft kopiert, allerdings gelang es kaum jemandem seiner Mittbewerber, vergleichbar individuelle, lagerungsfähige Weine zu kreieren.
Das Sortiment von Skouras ist sehr vielfältig. Neben den Flaggschiffen Megas Oenos und Labyrinth aus Agiorgitiko und Cabernet Sauvignon und dem weißen Viognier Eclectique produziert man auf dem Weingut sehr gute Alltagsweine, beispielsweise die Weine der Cuvée Prestige-Linie. Diese Haltung entspricht sehr der Philosophie von Georgios Skouras, der betont, dass er Wein für Menschen macht und nicht für Kritiker.
Als Präsident der 1995 gegründeten griechischen Winzervereinigung setzt er sich für den verstärkten An- und Ausbau der einheimischen Sorten, die Belange der Winzer und für die Steigerung des Bekanntheitsgrads des griechischen Weins im In- und Ausland ein. Er kann sich diesen Angelegenheiten unter anderem deshalb vermehrt widmen, weil sein Sohn Dimitri nach erfolgreichem Abschluss seines Önologie-Studiums in Frankreich in den Familienbetrieb eingestiegen ist.