Ideale Partnerin für ausgezeichnete Cuvées
Seit einigen Jahren beobachten wir die Zunahme von reinsortigen Mourvèdres – insbesondere in Spanien und Übersee. Diese sortenreinen Weine zeigen meist satte Aromen von Brombeeren und deutliche Würznoten, die an mediterrane Kräuter und an Zeder erinnern.
Die herzhaften, vollmundigen, schweren Mourvèdres leuchten im Glas meist in tiefem Purpurrot. Sie zeigen eine ausgewogene Säure, feinkörniges Tannin und einen kraftvollen Körper. Mourvèdre reift meist im großen Holzfass, zuweilen auch im Barrique. Die herzhaften Weine verfügen über eine gute Lagerfähigkeit. Für Cuvées mit anderen Rebsorten findet sich eine Fülle von ganz unterschiedlichen Varietäten. Die Verbindung mit Grenache und Syrah, die man ursprünglich vor allem im südlichen Rhône-Tal (auch in Languedoc und der Provence) praktizierte, wird wegen ihres großen Erfolges von vielen Anbaugebieten in Spanien und Übersee adaptiert. Im englischsprachigen Raum bezeichnet man diese Cuvées nach den Anfangsbuchstaben der drei Rebsorten gern als GSM Blends. Grenache steuert vor allem süße Fruchtaromen bei, Syrah liefert herbere Noten, Tannine sowie eine feine Säure. Mourvèdre schließlich bringt interessante würzige Geschmacksnoten und Farbe.
Weitere Komplementärrebsorten von Mourvèdre sind in Südfrankreich die zart-fruchtige Cinsault-Traube und die dunkle, säurebetonte Carignan-Rebe. In Spanien stellt die elegante Sorte Tempranillo eine wichtige Assemblage-Partnerin dar.
Die meisten Mourvèdre-Trauben werden zu Rotwein verarbeitet, einige Kellereien verarbeiten die Rebe aber auch zu fruchtig-frischen Roséweinen. Auch gibt es Süßweine und Likörweine.
Gerne mit Meerblick
Mit Mourvèdre waren vor dem Eindringen von Mehltau (1850) und Reblaus (1865–85) weite Teile Frankreichs bestockt. Beim Neuaufbau nach den beiden Katastrophen entschied man sich für robustere Sorten und baute diese Rebe deutlich reduziert an.
Im Süden des französischen Festlands, also in den Weinbaugebieten Languedoc-Roussillon, Provence und Rhône, sowie auf Korsika findet die rote Rebe gute Bedingungen vor. An der spanischen Mittelmeerküste in der Gegend um Valencia dominiert sie. Weitere bedeutende Anpflanzungen kennen wir aus Kastilien-La Mancha, aber auch aus aufstrebenden Regionen wie Jumilla oder Yecla. In Kalifornien stehen einige hundert Hektar unter Ertrag, ebenso in Australien, wo die Rebe meist Mataro genannt wird.
In Weinbergen an der Küste fühlt sie sich ausgesprochen wohl. Die ist einer der Hauptgründe, warum Mourvèdre in Griechenland allerbeste Bedingungen vorfindet. Die Rebsorte erweist sich als recht schwierig und anspruchsvoll im Anbau, treibt spät aus und reift sehr spät, verlangt zudem gerade in der letzten Reifephase warme, trockene Temperaturen und liefert am Ende eher geringe Erträge.
Anfällig ist die Rebe für vielerlei Krankheiten. Auch Dürre setzt der Mourvèdre extrem zu.
Wussten Sie eigentlich, dass …
… Mourvèdre von Weinexperten in Frankreich gerne auch „Rebe des Südens“ genannt wird? Das liegt daran, dass sich die Rebe nördlich von Châteauneuf-du-Pape nicht besonders wohl fühlt.